TOP Ö 6: Bericht über die Situation der Flüchtlinge in der Gemeinde Ostrhauderfehn und die Aufnahme und Unterbringung der noch ankommenden Personen - Antrag der Gruppe SPD/Grüne/Linke vom 18.1.2017 -

Mit Schreiben vom 18.01.2017 beantragt die Gruppe SPD/Grüne/Linke die Aufnahme eines Punktes „Sachstandbericht der Flüchtlingsbeauftragten Kerstin Benedix zur momentanen Situation bzw. einer Vorschau, wie die in 2017 zusätzlich noch ankommenden 52 Personen untergebracht und aufgenommen werden sollen“ in die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Ehrenamt.

 

Frau Kerstin Benedix hat sich bereit erklärt, im Ausschuss über ihre Arbeit mit den Flüchtlingen zu berichten. Einzelheiten zur Unterbringung werden von Herrn Brink vom Sozialamt der Gemeinde vortragen.

 

Da Frau Benedix noch nicht anwesend ist, berichtet Bürgermeister Harders anhand des Berichtes von Frau Benedix über die derzeitige Situation bei der Betreuung der Flüchtlinge.


Vom Flüchtlingsstützpunkt werden zur Zeit 92 Geflüchtete, 17 Gruppen, 16 Familien und 46 Kinder betreut. Dabei handelt es sich vornehmlich um Menschen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak.

 

23 Helfer kümmern sich ehrenamtlich um die Betreuung, die Haushaltskammer und Fahrradreparaturen. Erfreulicherweise konnten drei neue Helfer für die Arbeit gewonnen werden.

 

Leider sind aber 13 Gruppen noch ohne Kontaktperson, da sich die Helfer meist nur auf wenige Gruppen konzentrieren können. Hier ist noch eine Verbesserung der Situation notwendig, da noch nicht alle Geflüchteten erreicht werden.

 

Gearbeitet wurde in der Flüchtlingssozialarbeit vor allem an der Beratung und Begleitung der Flüchtlinge (z. B. bei  Besuchen des Bundesamtes, Arztbesuche, Behördenbesuche, Hilfe bei Wohnungsangelegenheiten).

Die Führung der Haushaltskammer wurde weiter entwickelt sowie in Zusammenarbeit mit dem Helferkreis Rhauderfehn Geldspenden für Babyerstausstattungen gesammelt. Mit der VITA-Akademie ist die Durchführung von Sprachkursen geplant. Außerdem ist weiter intensiv an der Willkommenskultur zu arbeiten. Es sind Wohnungen einzurichten und verständliches Informationsmaterial für die ankommenden Flüchtlinge vorzuhalten. Die Beschaffung von Sachspenden stellt ebenfalls eine dauerhafte Aufgabe dar.

 

Die Koordination, Information und Betreuung der ehrenamtlichen Helfer und anderer Interessierter erfolgt zum Einen über die Homepages der Gemeinde Ostrhauderfehn und des Präventionsverbundes sowie zum Anderen über den persönlichen Kontakt, z. B. in Helferversammlungen, die regelmäßig angeboten werden.
Die Flüchtlingssozialarbeit bietet aber auch die Vermittlung z. B. von Dolmetschern, Fahrdiensten und Fortbildungen für die ehrenamtlichen Helfer an.

 

Frau Benedix fährt mit dem begonnen Bericht zur Flüchtlingssozialarbeit in der Gemeinde Ostrhauderfehn fort.

 

Die Flüchtlingssozialarbeit ist mittlerweile gut vernetzt und hat Kontakt zu vielen Einrichtungen und Institutionen wie z. B. dem Präventionsverbund Ostrhauderfehn, den Kirchengemeinden, der Rhauderfehner Tafel, dem DRK, dem Helferkreis Rhauderfehn, der Polizei, dem Jugendmigrationsdienst der AWO, der Türkisch-Deutschen Freundschaftsgesellschaft Leer, dem Landkreis Leer, dem Sydonalverband, der VHS und der Kreishandwerkerschaft hergestellt.

 

Geplant ist weiterhin die Beziehungsarbeit und somit die Bindung zu den Geflüchteten zu verbessern. Eine dauerhafte Fahrradabgabe- und Reparaturstelle einzurichten. Die Struktur der Haushaltskammer zu verbessern. Die Ausstattung der Wohnungen mit Haushaltsgegenständen vorzunehmen. Willkommenshefte mit allen wichtigen Informationen herzustellen sowie die Ausgabe von Gutscheinen für die Nutzung des Anrufbusses in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis einzuführen.

 

Weitere Handlungsfelder in die Arbeit investiert werden muss sind:

- die Vernetzung mit Sprachvermittlungsträgern,

- die Vernetzung mit Behörden, Betrieben/Firmen und sozialen Einrichtungen,

- das Thema Arbeitsmarktvermittlung/Praktika und Studium für Geflüchtete,

- die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten von Geflüchteten und
  Einheimischen,

- Orientierungsleitfaden für neue Mitbürger,

- die Dolmetscherliste,

- die Öffentlichkeitsarbeit (Gewinnung neuer Helfer /Paten),

- qualifizierende Maßnahmen für Ehrenamtliche und

- die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der bestehenden Angebote.

Ausschussmitglied Straatmann teilt mit, dass es oftmals schwierig ist, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Er erkundigt sich, an welche Institution er sich zu wenden hat, wenn er Fragen zu einem Praktikum bzw. einen Ausbildungsplatz für einen Flüchtling hat.

 

Frau Benedix weist auf die Maßnahmenträger bzw. die Kreishandwerkerschaft hin.

 

Herr Brink erläutert zur Wohnraumsituation für Flüchtlinge folgendes: Der Gemeinde Ostrhauderfehn wurden viele Wohnungen angeboten, die dann auf Grund des hohen Bedarfs angemietet wurden. Mittlerweile hat sich die Zuteilung neuer Flüchtlinge reguliert, so dass 13 Wohnungen gekündigt werden konnten.

 

Trotzdem ist die Gemeinde Ostrhauderfehn zur Zeit in der Lage die zugeteilten Flüchtlinge (Quote bis Ende 2017 51 Personen) unterzubringen. Es stehen 15 Wohnungen für 86 Personen zur Verfügung.

 

Freie Wohnungen

Stand: 01.03.2017

Wohnungen

Personenzahl

4 Wohnungen für jeweils 10 Personen

40

1 Wohnung für 9 Personen

9

1 Wohnung für 7 Personen

7

2 Wohnungen für jeweils 5 Personen

10

3 Wohnungen für jeweils 4 Personen

12

4 Wohnungen für jeweils 2 Personen

8

 

 

Gesamt:

86

 

 

Herr Brink erläutert an nachfolgender Tabelle wie sich der Gemeindeanteil an Asylbewerbern zusammensetzt.